Pharmakogenetische Tests: personalisierte Medizin

Nicht jeder Patient reagiert auf Medikamente gleich: Was bei einer Person zu schwach wirkt, wirkt bei einer anderen zu stark. Pharmakogenetische Tests können zeigen, welche Medikamente in welcher Dosierung für einen Patienten am besten sind, und das Risiko von Nebenwirkungen mindern.

Das UniversitätsSpital Zürich führt seit 2009 diese Art von Tests für personalisierte Medizin durch. «In der Regel weisen uns Hausärzte oder Spezialisten Patienten mit einem Verdacht auf einen veränderten Arzneistoffmetabolismus zu», sagt PD Dr. Alexander Jetter von der Klinik für Klinische Pharmakologie und Toxikologie und fügt an: «Diese Veränderungen führen zu medikamentösen Problemen, wie beispielsweise Nichtansprechen trotz hoher Dosierungen oder Nebenwirkungen bei geringen Dosierungen». Die Interpretation des Befunds erfolgt immer personalisiert, das heisst unter Berücksichtigung von möglichst allen individuellen Einflüssen wie Begleiterkrankungen, den Funktionen von Niere und Leber, der Komedikation, also der Gesamtheit aller eingenommenen Medikamente, usw.

In der Sprechstunde am USZ wird eine genaue Medikamentenanamnese erhoben. Besteht der Verdacht auf eine pharmakogenetische Besonderheit, wird das Einverständnis des Patienten zur genetischen Untersuchung eingeholt und eine Blutprobe abgenommen. Die genetische Analyse erfolgt in einem Partnerlabor. «Wir interpretieren die Untersuchungsergebnisse, besprechen die Befunde mit der Ärztin / dem Arzt und direkt mit dem Patienten / der Patientin und geben Empfehlungen zur weiteren medikamentösen Therapie ab», so PD Dr. Jetter weiter.

Bei welchen Medikamenten eignet sich der pharmakogenetische Test? «Die Untersuchungen sind bei all den Medikamenten sinnvoll, wo pharmakogenetische Unterschiede im Arzneistoffwechsel oder –transport eine wichtige Rolle spielen.» Dazu gehören zum Beispiel Tamoxifen, einige Immunsuppressiva wie Azathioprin oder Tacrolimus, viele Antidepressiva und Neuroleptika, aber auch Clopidogrel, Opiate wie Oxycodon oder Tramadol und manche ältere Antiepileptika.

Verordnet ein Facharzt für Klinische Pharmakologie und Toxikologie den pharmakogenetischen Test, übernimmt die Krankenversicherung die Kosten.

Anmeldung Sprechstunde
Tel.: +41 44 255 20 68
Fax: +41 44 255 44 11
pharmakologie@usz.ch


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